




|
Geschichte
Die Geschichte des serbischen Volkes
und der
serbisch-orhtodoxen Kirche ist sehr reich und schön, aber oft
auch tragisch. Ähnlich steht es mit der Geschichte der
Osnabrücker
Kirchengemeinde.
Wir werden diese Seite zur Geschichte der serbisch-orthodoxen
Kirchengemeinde in deutscher Sprache überarbeiten und
baldmöglichst updaten.
In der Zwischenzeit haben Sie die Möglichkeit folgende Dokumente
downzuloaden, die einen ersten Einblick in geschichtliche
Momentaufnahmen der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde in
Osnabrück bieten:
Pastor Friedrich Grußendorf 1945
Auszug
aus der letzten Andacht des evangelischen Pfarrers Friedrich
Grußendorf gehalten im Mai 1945 in Eversburg bei Osnabrück.
...unser
Vaterland hat den Krieg verloren. Es haben Russen, die Amerikaner und
die Engländer gesiegt. Vielleicht hatten sie die besseren Waffen,
mehr Soldaten oder die bessere Führung. In der Tat ist dieses ein
Materieller Sieg, den sie davongetragen haben.
Aber hier unter uns gibt es noch ein Volk, welches einen anderen und wesentlich schöneren Sieg vollbracht hat;
DEN SIEG DER SEELE
DEN SIEG DES HERZENS
DEN DER EHRLICHKEIT
DEN SIEG DES FRIEDENS
DEN DER CHRISTLICHEN NÄCHSTENLIEBE.
Es sind die Serben.
Früher
waren sie uns nur wenig bekannt. Aber wir wußten, was wir in
ihrem Vaterland angerichtet haben. Wir haben für einen
getöteten unserer Soldaten, welcher die Macht der gewaltsamen
Besetzer darstellte, hundert Serben getötet, die ihr Land
verteidigten. Und nicht nur das haben wir getan, sondern wir haben auch
gleichgültig zugesehen, wie auf die Serben von allen Seiten, von
Kroaten,
von Albanern,von Italienern, von Ungarn und von Bulgaren geschossen wurde.
Wir
wussten das es hier noch 5000 serbische Offiziere gibt, die früher
einmal die gesellschaftliche Elite in ihrem Lande bildete, jetzt aber
ohne Kräfte und von Hunger geschwächt, an lebende Skelette
erinnert.
Ebenso wussten wir, daß die Serben den Glauben haben;
WER AN RACHE DENKT, KANN NICHT SEELIG WERDEN.
Trotzdem hatten wir in der Tat Furcht vor der Rache der serbischen Märtyrer.
Wir
ängstigten uns davor, daß nach unserer Kapitulation jene uns
das antun würden, was wir ihnen angetan haben. Wir haben uns schon
die Tragödie vorstellen können, wie unsere Kinder in der
Kanalisation schwimmen oder in der städtischen Bäckerei
gebraten werden.
Wir stellten uns vor, daß unsere Leute umgebracht und vergewaltigt und unsere Häuser zerstört würden.
Und wie trug es sich damals tatsächlich zu ?
Als die
Gefängnisdrähte rissen und die 5000 lebenden serbischen
Skelette ihre Freiheit in unserer Umgebung fanden, haben eben die
serbischen Soldaten liebevoll unsere Kinder gestreichelt und Bonbons
verteilt!
Mit uns haben sie sich unterhalten! Die Serben haben gerade die Kinder
derer gestreichelt, die ihr Vaterland ins Unheil gestürzt haben!
Erst jetzt verstehen wir, warum unser großer Dichter Goethe die
serbische Sprache erlernte. Erst jetzt verstehen wir, warum Bismarcks
letztes Wort auf dem Sterbebett "SERBIEN" lautete.
Eben
dieser Sieg der Serben ist größer und hervorragender als
jeglicher materieller Sieg. Diesen Sieg, so denke ich, konnten
ausschließlich die Serben erringen, da sie erzogen wurden im
Geiste des Heiligen Sava und der epischen Heldenlieder, welche unser Goethe so sehr geschätzt hatte. Dieser Sieg wird
Jahrhunderte
lang in den Seelen der Deutschen fortdauern. Diesem Sieg und den
Serben, die ihn herbeigeführt haben, möchte ich diese meine
letzte Andacht widmen... |
Hier
liegt ein
Serbe
116
Offiziere, die 1944 im Gefangenenlager OFLAG VI / C
gefallen sind
Friedhof
Osterkappeln
|






|